EU-Netzpolitiker besucht NETZ Breitbandzentrum Niedersachsen Bremen

SPD Bürgermeisterkandidatin Jantz-Herrmann organisiert Fachgespräch zum Breitbandausbau

Mit dem Europaabgeordneten Tiemo Wölken besuchte der europäische Digitalpolitiker das NETZ Breitbandzentrum Niedersachsen Bremen. Zeichnet Wölken sich doch nicht nur durch seine Netzaffinität und der Nutzung der verschiedenen Social-Media-Kanäle aus, so hat ihn das EU-Nachrichtenmagazin POLITICO als eine der 5 Personen identifiziert, die maßgeblichen Einfluss auf die Zukunft von Internetplattformen haben werden.

Initiiert wurde das Fachgespräch im BZNB von der Bürgermeisterkandidatin Christina Jantz-Herrmann, um die Situation des Breitband- und des Mobilfunknetzausbaus für den Landkreis und insbesondere die Gemeinde Schwanewede gemeinsam mit dem EU-Abgeordneten Wölken, dem Landtagsabgeordneten Oliver Lottke und mit Vertreter*innen der Gemeinde Schwanewede und des BZNB zu thematisieren und zu hinterfragen. „Wir wissen, dass wir in den vergangenen Jahren bereits große Schritte hin zu einer besseren Versorgung gemacht haben. Und dennoch müssen wir immer wieder feststellen, dass es Lücken in der Breitbandversorgung oder in der Netzabdeckung gibt“, erläutert Jantz-Herrmann ihre Motivation für das Gespräch.

Dass sich die Breitbandversorgung und die Netzabdeckung deutlich verbessert haben, stellte dann auch BZNB-Geschäftsführer Peer Beyersdorff die Ergebnisse eines erst vor wenigen Tagen abgeschlossenen Markterkundungsverfahrens dar. Die Ergebnisse werden in naher Zukunft veröffentlich werden. Aber wie bei vielen Themen steckt auch hier der Teufel im Detail. So ist die Netzabdeckung insgesamt gut, allerdings stellen unterschiedliche Telekommunikationsanbieter für unterschiedliche Gebiete ihr Netz zur Verfügung. Roaming, wie es aus dem Ausland bekannt ist, könnte dieses Problem lösen. Die Nutzer könnten damit auch im Inland die unterschiedlichen Mobilfunknetze unabhängig von ihrem eigenen Anbieter nutzen. Da dieses Verfahren aber keines ist, das kurzfristig realisiert werden kann, setzt Peer Beyersdorff auf die klassische Versorgung mittels Mobilfunkmasten. Denn auch hier gibt es beim Ausbau noch Defizite. Um die weiterhin dringend benötigten Standorte zu ermitteln, hat er ein Onlinetool entwickelt, mit dem interessierte Immobilienbesitzer potentielle Mobilfunkstandorte melden können. „Weiße Flecken in der Mobilfunkversorgung sind ein absolutes Ärgernis und müssen schnell beseitigt werden“, macht Tiemo Wölken deutlich. „Bedauerlich ist es, dass die Fördermittel von Bund und Land an dieser Stelle nicht Hand in Hand gehen.“

Dass der Landkreis Osterholz und die Gemeinde Schwanewede mit dem BZNB die treibende Kraft für den Breitband- und Mobilfunknetzausbau mit bundesweiter Strahlkraft im Land Niedersachsen hat, wurde durch die Zahlen deutlich, die Peer Beyersdorff zu den einzelnen Förderkulissen darstellte. So konnten die Kommunen im Landkreis und im Land Niedersachsen überproportional viel Geld aus den Fördertöpfen des Landes, des Bundes und der EU für sich in Anspruch nehmen, um mit dem Netzausbau für sich die Grundlage für die weitere Digitalisierung zu legen. „So wurde erst kürzlich ein Förderantrag für die Gemeinde Schwanewede auf den Weg gebracht, der die Anbindung von 7.687 weiterer Adressen vorsieht“, merkte Jantz-Herrmann an. Wie wichtig die Digitalisierung ist, haben nicht zuletzt die vergangenen Wochen und Monate gezeigt. Als auf Grund der Corona-Situation viele Unternehmen, Institutionen und Behörden gezwungen waren, Homeoffice-Arbeitsplätze einzurichten, Online-Konferenzen zu veranstalten und neue Kommunikationswege für ihre Kunden zu realisieren. Schulen waren gehalten, digitalen Unterricht anzubieten und den Kontakt zu den Schüler*innen online zu pflegen. Die Erfahrungen zeigen, dass vieles gut auf den Weg gebracht wurde, aber die Digitalisierung auch noch deutlicher vorangetrieben werden muss, um die Chancen nutzen zu können, die sie bietet. Aus Sicht des heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Oliver Lottke aus Loxstedt kommt dem Breitbandausbau im ländlichen Raum eine erhebliche Bedeutung zu: ,,Wenn wir wollen, dass die ländliche Region nicht abgehängt wird, brauchen wir auch in der Fläche gutes und leistungsstarkes Internet. Das ist sowohl für den Privatkunden als auch für gewerbliche Betriebe wichtig und wird für gutes Home-Office und auch für den Ausbau der Telemedizin unverzichtbar sein.“

„Es ist gut, dass es das Breitbandzentrum Niedersachen-Bremen gibt, denn die Digitalisierung der Arbeit und der Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn die passende Infrastruktur vorhanden ist. Daran arbeitet das BZNB erfolgreich zusammen mit den Kommunen und Landkreisen“, freut sich Wölken.