„Turfstechen“ auf der Rennbahn

Christina Jantz bringt Erde aus dem Landkreis Osterholz nach Berlin Zum „Turfstechen“ trafen sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Christina Jantz und die Vorsitzende des Reitvereins General Rosenberg e.V. Dr. Babette Nüsslein in Schwanewede. Als „Turf“ bezeichnet man – nach dem englischen Wort für Rasen – die Pferderennbahn. Eben dieser rückten die beiden Frauen mit dem Spaten zu Leibe und verstauten die Erde im mitgebrachten Sack.

Vorsitzende des Reitvereins General Rosenberg, Dr. Babette Nüsslein mit Christina Jantz

Jantz, die seit letztem Jahr für den Wahlkreis Osterholz und Verden im Bundestag sitzt, möchte sich mit der Erde aus dem Wahlkreis am Kunst-Demokratie-Projekt „Der Bevölkerung“ beteiligen: „Ich werde die Erde nach Berlin bringen, damit sie Bestandteil des Projektes wird. Die verschiedenen Erden mit dem daraus entstehenden Pflanzenbewuchs ergeben zusammen etwas ganz neues, vielfältiges Schönes. Das erinnert uns immer wieder daran: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“

Im nördlichen Lichthof des Reichstagsgebäudes wurde ein Beet geschaffen, aus dessen Mitte in weißen Leuchtbuchstaben die Worte DER BEVÖLKERUNG nach oben strahlen. Der Schriftzug ist von allen Etagen des Gebäudes aus zu lesen, vom Plenarsaal, von der Presse- und Fraktionsebene und von den Besuchern auf dem Dach. Er bezieht sich auf die 1916 am Westportal des Reichstagsgebäudes angebrachte Inschrift DEM DEUTSCHEN VOLKE. Seit der Installation im Jahr 2000 steht es den Abgeordneten frei, zu einem von ihnen gewählten Zeitpunkt ihre Wahlkreiserde einzubringen. Die Einladung zur Beteiligung gilt auch für neu gewählte Abgeordnete. Spontaner Pflanzenwuchs bleibt sich selbst überlassen.

Warum Erde von der Rennbahn? „Damit möchte ich die Bedeutung des Reitsports, insbesondere des Breitensports, in unserer Region hervorheben. Auch die nationalen und internationalen Erfolge des Deutschen Reitsports sind ja im Endeffekt das Ergebnis der Basisarbeit der vielen Vereine.“

Dr. Babette Nüsslein ergänzt: „Wir sind stolz darauf, dass unsere Rennbahnerde nach Berlin geht. Es freut uns sehr, dass unsere ehrenamtliche Arbeit auch mal auf diese unkonventionelle Art Beachtung findet. Die Vereine – nicht nur die Reitvereine – können jede Unterstützung brauchen.“

Abgeschlossen war die Aktion natürlich erst, nachdem die Abgeordnete und ihre Helfer das kleine Loch in der Rennbahn wieder geschlossen hatten.